Seite 17 - SFV Ennepetal

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15.000 kleine Bachforellen für die Ennepe
Stefan Scherer
         
  Nach Fischesterben


  
 Foto: WP  
Fischbesatz in der Ennepe durch den Sportfischereiverein  Ennepetal.1. Vorsitzender Peter Doering (links) und Gewässerwart Maik  Hennemann.
           
Ennepetal.  Nach dem weiterhin nicht aufgeklärten Fischesterben, das nach dem  Hochwasser in der Ennepe entdeckt wurde, hat sich der Ärger des  Sportfischerei-Vereins zwar nicht gelegt, aber die Angler, die die  Fischereirechte für die Ennepe seit Jahrzehnten pachten, haben nun auf  die dezimierten Bestände reagiert und am Donnerstagabend 15.000 kleine  Bachforellen in Ennepetal und Gevelsberg in den Fluss gesetzt.
„Es  ist immer noch unklar, warum wir etwa 40 tote Fische in der Ennepe  gefunden haben. Der starke Regen scheidet für uns als alleinige Ursache  aus. Wir gehen davon aus, dass jemand etwas in den Fluss eingeleitet  hat, das die Tiere umgebracht hat. Ob absichtlich oder unabsichtlich –  das können wir nicht nachvollziehen“, sagt Peter Doering, 1.  Vorsitzender des Sportfischerei-Vereins Ennepetal.
Er traf sich nun mit mehreren  Vereinsmitgliedern – unter ihnen auch Maik Hennemann, der Gewässerwart  der Ennepe – um die vielen kleinen Fische in den Fluss zu entlassen. Aus  einem Eimer wurden sie hinter der Firma Peddinghaus in Ennepetal, am  Kruiner Tunnel, am Erlebnispark in Gevelsberg sowie am Ennepebogen und  am Rocholz – ebenfalls in der Nachbarstadt – aus einem Eimer in die  Freiheit entlassen.
Die noch vier bis  sechs Zentimeter großen Bachforellen sollen den Fischbestand in der  Ennepe wieder deutlich anheben. Die große Zahl an Fischen erklärt sich  durch ihre natürlichen Feinde. „Die Tiere sind noch so klein, viele von  ihnen werden gefressen“, sagt Maik Hennemann. Die Setzlinge stünden auf  der Speisekarte von Fischreiher, größeren Forellen und dem Kormoran.  „Wobei letzterer das größte Problem ist“, wie Hennemann sagt.
Warum  die Sportfischer den Besatz ausschließlich mit Bachforellen vornehmen,  erklärt der Experte so: „Viele andere Fische, die in der Ennepe häufiger  oder auch nicht so oft vorkommen, stehen unter Naturschutz. Da ist der  Besatz nicht so einfach möglich.“ Gern hätte der Sportfischerei-Verein  auch Futterfische für die Bachforelle in die Fluten der Ennepe  entlassen.
Generell besetzt der Verein  den Fluss regelmäßig neu – in dieser Dimension allerdings nur nach  Großschadenslagen. Die letzte ereignete sich im Jahr 2009, als exakt auf  ihrer Pachtstrecke zwischen dem Gut Ahlhausen und der Stadtgrenze zu  Hagen auf einigen Teilstücken kein einziger Fisch mehr in der Ennepe zu  sehen war.
Damals war vom starken Regen  Hochofenschlacke vom Gelände der Firma Ecosoil, die mit der Stilllegung  der ehemaligen Stockey-und-Schmitz-Deponie beschäftigt war, in die  Ennepe getragen worden. Bachforellen, Äschen, Schmerlen und Mühlkoppen  fanden den Tod im kontaminierten Gewässer, dessen pH-Wert durch die  Verunreinigung deutlich anstieg.
Diesmal  waren die Dimensionen nicht derart groß, doch die Sportfischer werfen  den zuständigen Behörden weiterhin Untätigkeit beim Unwetter vor einigen  Wochen vor. Sie seien als Pächter zu viel spät informiert worden,  Notfallpläne existierten nicht.
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