Seite 19 - SFV Ennepetal

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Streit um Fischesterben bei Hochwasser in der Ennepe
Klaus Bröking
05.06.2013 - 07:00 Uhr


Umwelt
Schon im Februar gab es Hochwasser an der Ennepe.
Foto: WAZ FotoPool

Gevelsberg/Ennepetal. Nachdem tote Forellen in der Ennepe gefunden wurden, erhebt der Sportfischerei-Verein Ennepetal Vorwürfe gegen die Behörden. Der Ursache, warum die Tiere sterben mussten, sei nicht nachgegangen, Umweltrisiken in Kauf genommen worden.

Der Verein sei informiert worden, „dass Kräfte der Feuerwehr in einem Einsatz an der Sparkasse in Gevelsberg und am Ennepebogen tote Forellen aus der Ennepe eingesammelt haben. Maßnahmen, um die Ursache der Verschmutzung, die zum Tod der Forellen geführt haben, zu ermitteln, wurden aber nicht durchgeführt“, so Pressewart Marian Rothe vorwurfsvoll.

Ingo Niemann, Sprecher des Ennepe-Ruhr-Kreises, bestätigt im Gespräch mit unserer Zeitung den Vorfall: „Wir haben als untere Wasserbehörde den Vorgang untersucht. Es waren etwa 20 bis 25 tote Fische, die entdeckt wurden."

Da an der Stelle auch Toilettenpapier entdeckt wurde, sei den Experten aus Schwelm eigentlich klar gewesen, dass Abwasserkanäle bei den Wassermassen, die vom Himmel kamen, übergelaufen seien. Diese Verunreinigungen hätten das Fischsterben ausgelöst, so Niemann. Die Stadt Gevelsberg habe vorsorglich die Überlaufbecken kontrolliert.
Fäkalien als Ursache für das Fischsterben?

Diese Begründung hält der Sportfischerei-Verein für „Blödsinn“. Auch früher wäre es schon wiederholt zu Einleitungen von Fäkalien in die Ennepe gekommen, ohne dass anschließend tote Fische eingesammelt werden mussten, da die Verdünnungskraft der Ennepe bei Hochwasser erheblich höher sei.

Niemand hätte Wasserprobe entnommen. Auch sei nicht kontrolliert worden, ob es flussaufwärts weitere tote Tiere in der Ennepe gegeben hätte.
Tote Tiere unterhalb eines Metall-Betriebs

Dass es so ist, so Rothe, hätte ein Vereinsmitglied durch Zufall entdeckt. Der Mann wollte hinter der ehemaligen Firma Stockey & Schmitz auf Ennepetaler Stadtgebiet angeln gehen. Dort habe er „noch viele tote Forellen“ gefunden.

Nach einer kurzen Information des Vereinsvorsitzenden sei dann die Polizei gerufen und Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt worden. Erst die Polizeibeamten hätten eine Wasserprobe veranlasst.
Sportfischer fordern Notfallplan

Kreissprecher Ingo Niemann bestätigt auch diesen Fall. Darüber habe die Polizei einen Aktenvermerk gemacht. Es habe sich aber, so Niemann, nicht um viele Forellen gehandelt: „Es waren weniger als fünf tote Fische. Das ist bei einem so starken Niederschlag, wie wir ihn hatten, keine Besonderheit.“

Die Sportfischer sind vor allen Dingen erbost darüber, dass sie erst zu spät von den Behörden informiert wurde, zumal der Verein die Fischereirechte an der Ennepe schon seit Jahrzehnten angepachtet habe. Dies sei den zuständigen Stellen bekannt. Für solche Fälle müsse es einen Notfallplan geben, aus dem hervorgeht, wann und wer zu informieren ist.
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